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Auf einer meiner Reisen durch die USA, kam ich auch einmal durch Kansas. Dieser Bundesstaat liegt ziemlich in der Mitte der USA. Es war früher Sommer und sehr heiss. Vor allem zum Abend hin wurde es immer wärmer und die Luft immer feuchter. Als dann ein Gewitter im Norden aufzuziehen begann, war ich sehr froh über die bevorstehende Abkühlung. Die Wolkenfront die sich mir näherte wurde immer dunkler und düsterer. Ich wurde langsam etwas nervös, hatte ich doch von Einheimischen gehört, dass die hiesigen Sommergewitter sehr gefährlich werden könnten. Aber was sollte so ein bisschen Regen und Gewitter schon ausmachen?

Die Wolken vor mir waren jetzt fast schwarz und heftiger Regen setzte ein. Urplötzlich kam auch Wind auf. Doch statt eine kühle Brise zu bringen, wie ich das von einem Gewitter erwartet hätte, floss ein warmer, feuchter Luftstrom auf das Gewitter zu. Blitze zuckten und es donnerte jetzt fast ununterbrochen. Es wurde Zeit für mich ein Versteck zu suchen. In der Nähe fand ich einen Baum mit einem schönen Loch im Stamm - der Bau gehörte vielleicht mal einem Specht. Dort verkroch ich mich. Und das nicht zu früh. Urplötzlich, wie aus dem Nichts erschien der Windschlauch. Keine 100 Meter vor mir. Wie ein gigantischer Staubsauger saugte er alles auf, was in seine Nähe kam. In einer wahnwitzigen Spirale drehten sich alle möglichen Dinge in diesem Schlauch in die Höhe. War das nicht eine Kuh, die da für Sekundenbruchteile zu sehen war? Der Lärm war ohrenbetäubend. Das musste ein Tornado sein! Man hatte mich gewarnt.

Und er kam auf mich zu! Mal schneller und mal langsamer werdend, näherte er sich meinem Baum und meinem vermeintlich sicheren Versteck. Dann hatte der Sturm den Baum erfasst, rüttelte und zerrte. Ich wurde in meinem Loch hin- und hergeschleudert. Dann, der Sturm schien mich eine Ewigkeit in seiner Gewalt gehabt zu haben, liess der Tornado von einer Sekunde zur nächsten von mir ab und zog weiter. Es setzte wieder ein leichter Regen ein. Die heftigen Schauer, die es kurz vor dem Tornado gegeben hatte, waren vorbei. Ich hatte noch mal Glück gehabt. Als ich meine Nerven wieder im Griff hatte, wagte ich einen Blick hinaus. Ich konnte gerade noch erkennen wie der Schlauch abriss, eingesaugte Teile sich noch einmal träge im Kreis drehten und dann herunterfielen. So plötzlich wie er aufgekommen war, so plötzlich war mein erster Tornado wieder verschwunden. Ich habe danach noch so manchen Wirbelsturm gesehen, aber nie mehr aus solcher Nähe, das könnt ihr mir glauben!!!

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